Bonsai richtig gießen

Wer viele Jahre Freude an seinen Bonsai haben möchte, muss diese Pflanzen mit allem versorgen, was sie zu einem optimalen Wuchs benötigen. Dazu gehört neben Düngen unbedingt auch das richtige Gießen. Es gibt unzählige Bonsaiarten, die unterschiedliche Pflegebedürfnisse haben, die man kennen und beachten sollte. Besonders beim Gießen werden allerdings häufig Fehler gemacht.

Regelmäßige Kontrolle der Feuchtigkeit

Zum richtigen Gießen gehört etwas Fingerspitzengefühl und Erfahrung. Grundsätzlich wird nur dann gegossen, wenn sich das Pflanzsubstrat trocken und bröselig anfühlt. Mit den Fingerspitzen kann leicht die Feuchtigkeit überprüft werden. Auch an der Farbe der Bonsaierde lässt sich erkennen, ob gegossen werden muss. Helle Erde ist ein Zeichen für Trockenheit, und dunkle Erde ein Zeichen für Feuchtigkeit. Einmal täglich sollte eine Kontrolle durchgeführt werden. Wenn der Bonsai am Südfenster seinen Standplatz hat, kann der Wasserbedarf an sonnigen Tagen sehr hoch sein, so dass sogar mehrmals am Tag die Feuchtigkeit kontrolliert werden sollte.

Im Winter ist der Wasserbedarf des Bonsais wesentlich geringer und es besteht leicht die Gefahr den Bonsai zu übergießen. Ein Zeichen für zuviel Wasser, sind braune Blätter am Bonsai. Zu häufiges Gießen und die dadurch entstehende Staunässe, lässt nämlich die feinen Wurzeln faulen, so dass der Bonsai keine Nährstoffe mehr aufnehmen kann und verkümmert und vertrocknet.

Die besten Gießzeiten sind morgens und abends. Beim Gießen sollten Sie darauf achten, dass die Blätter des Bonsais nicht allzu lange nass bleiben. Lang anhaltende Feuchte an den Blättern macht den Bonsai sehr schnell anfällig für Pilzkrankheiten.

Bonsai ideal bewässern im Tauchbad

Die einfachste und beste Art zu Gießen ist sicherlich das Tauchbad. Dazu stellt man den Bonsai mit seiner Schale in ein Becken mit Wasser und lässt ihn einige Minuten dort stehen. Wenn keine Luftblasen mehr an die Oberfläche steigen, kann der Bonsai herausgeholt werden. Das überschüssige Wasser läuft dann durch das Wasserloch ab.

Zum normalen Gießen eignet sich eine Gießkanne mit langem Ausguss und abnehmbaren Brausenaufsatz. Damit den Wurzelballen gleichmäßig befeuchten. Wichtig ist, dass der gesamte Wurzelballen, des Bonsais feucht wird. So haben alle Bonsaiwurzeln die Möglichkeit genug Wasser aufzunehmen. Andernfalls drohen Wurzeln, die nicht genug Wasser abbekommen, zu vertrocknen.

In regelmäßigen Abständen sollten Sie den Bonsai zusätzlich mit einer Blumensprühe oder einer schwach eingestellten Duschbrause absprühen, damit abgelagerter Staub und Schmutz von den Blättern entfernt wird.

Zum Wohle des Bonsai kalkfreies Wasser gießen

Generell sollte das Gießwasser so kalkfrei wie möglich sein. Kalk lagert sich sonst auf und im Pflanzsubstrat ab, die Erde wird grau und hart, und die Nährstoffe gelangen nicht mehr an die Wurzeln. Wer die Möglichkeit hat, sollte mit kalkfreiem Regenwasser gießen. Aber auch abgekochtes und abgestandenes Wasser ist zu empfehlen. Bei extrem hartem Wasser lohnt sich eventuell die Anschaffung eines Wasserfilter oder Ionenaustauschgerätes.

Zusätzlich ist zu beachten, dass das Wasser nicht zu kalt, sondern handwarm sein sollte. Bei zu kaltem Gießwasser kann der Bonsai einen Temperaturschock bekommen, welcher ihn unnütz schwächt und anfälliger für Krankheiten macht.

Wer seinen Bonsai und seine Bedürfnisse kennt, wird sich, bei dementsprechender Pflege und natürlich dem richtigen Gießen lange Zeit an dem Bonsai erfreuen können.