Bonsai aus einheimischen Gewächsen züchten

Im Prinzip lässt sich aus fast jeder höheren Pflanze ein Bonsai kultivieren, indem einfach die normale Wurzelentwicklung durch einen kleineren Topf beschränkt wird - das Größenwachstum nimmt mit der Zeit ab, und die Blätter bleiben kleiner.

Am Besten geeignet sind aber für die Zucht aus einheimischen Gewächsen eine Reihe echter Gehölze, die die nötigen Voraussetzungen für einen Bonsai mitbringen: die gewählte Baumart sollte beispielsweise einen möglichst dicken und verholzenden Stamm ausbilden, und Blätter, Nadeln oder zu erwartende Früchte sind optimalerweise bereits von Natur aus nicht zu groß - so dass der Bonsai später in voller Pracht wirken kann. Die Wurzel des Gewächses darf nicht zu empfindlich auf wiederkehrendes Beschneiden reagieren.

Einheimische Nadelbäume wie die Schwarzkiefer, Mädchenkiefer, Lärchen, Fichten und Tannen eignen sich hervorragend für eine streng aufrechte Form des Bonsais, die eigentlich "natürlichste" Form. Dabei verjüngt sich der Stamm ganz gleichmäßig Richtung Spitze. Besonders ist dabei aber darauf zu achten, dass bei der Kultivierung keine zu große Symmetrie entsteht.

Der Wacholder eignet sich ebenso wie zahlreiche einheimische Laubbäume (Ulmen, Buchen und Ahorn sind optimal) und Koniferen sehr gut für eine lockere aufrechte Form, bei der der Stamm sich leicht gewunden zeigt wie durch die Einwirkung von Naturgewalten (ist mit Hilfe von Draht und Fäden gut herauszuarbeiten). Wer ein Obstbäumchen bevorzugt, sollte vorteilhafter auf eine Zwergform zurückgreifen.

Aus Ulmen, Ahorn, Buchen und Scheinzypressen lässt sich die sehr dekorative und natürliche Besenform gut gestalten.

Auch Azaleen eignen sich ausgezeichnet für einen interessanten Bonsai, beispielsweise in hängender Form.

Doppel- oder Mehrfachstämme, die wie kleine Baumgruppen wirken und dabei aus einem einzige Wurzelsystem entwachsen, machen sich gut zum Beispiel aus Kiefern, Ahorn, Fichten oder Wacholder. Für fortgeschrittene Bonsailiebhaber ist es auf diese Weise sogar möglich, ganze "Wäldchen" in einer einzigen Schale zu kultivieren.

Besonders wichtig für die Kultivierung einer einheimischen Pflanze als Bonsai ist die richtige Erdzusammensetzung. Sie muss sehr sauber und möglichst frei von jeder Art von Dünger sein, denn die Nahrung soll künstlich und gezielt zugeführt werden, um ein gelenktes Wachstum zu ermöglichen. Die Erde sollte locker und krümelig sein, um eine bessere Drainage und Luftzufuhr im Topf zu gewährleisten.

Das optimale Mischungsverhältnis der Bonsaierde beträgt in etwa für

  • Koniferen: 50% Lehm und 50% Sand
  • Laubbäume: 60% Lehm, 30% Sand und 10% Lauberde
  • Blühende oder früchtetragende Bäumchen: 50% Lehm, 30% Sand und 20% Lauberde.

Das anziehen eines Bonsais aus einer heimischen Pflanze ist relativ einfach und kostengünstig. Für Bonsai-Anfänger ist dies eine Möglichkeit sich mit der Materie Bonsai vertraut zu machen. Bei der Anzucht aus heimischen Gewächsen lernt man einiges über die Kultivierung von Bonsai im generellen, so das man sich später auch mit herausfordernden Bonsaisorten und Bonsaistilformen beschäftigen kann.