Schnittechniken für Bonsais

Beim Schnitt eines Bonsai muss nach Laub- und Nadelgehölzen unterschieden werden.

Schnitt von Bonsai-Nadelbäumen

Hier ist die wichtigste Art zur Formerhaltung die Rücksetzung von längeren Zweigen auf kürzere Nebenzweige. Damit sollen dichte, wolkenförmige Nadelpolster auf den Ästen erreicht werden. Die Hauptwuchskraft des Baumes geht in die Triebspitzen, daher würde bei ungehindertem Wachstum der Ast weiter innen kahl werden.

Gleichzeitig versucht man zu erreichen, dass die Nadelpolster eines Astes in viele kleine Wölkchen an den Zweigen unterteilt sind. Dazu müssen zu dicht gewachsene Astpolster immer wieder ausgedünnt werden. Die Silhouette des Astes soll von vorn betrachtet einen Halbkreis ergeben, der eine lockere Kontur aufweist.

Betrachtet man den Bonsai von der Seite, sind die auf dem Ast wachsenden Nadelpolster an der Spitze des Astes niedriger als zum Stamm hin. Es werden also alle Triebe, die auf der Unterseite des Astes nach unten wachsen, entfernt. Der Betrachter sollte stets das Gefühl haben, dass jeder Ast ein Einzelelement des gesamten Bonsais in der Gestaltung darstellt.

Für den Schnitt gibt es spezielle Scheren und Zangen, das mitunter wichtigste Werkzeug für den Bonsai sind jedoch die Finger. Damit kann man so fein und sicher arbeiten wie mit keinem der anderen Werkzeuge. Man muss allerdings aufpassen, dass die Fingernägel nicht die Blätter verletzen. Mit den Kuppen von Daumen und Zeigefinger können alle weichen, noch krautigen Triebe der Bonsais gezupft werden. Der Rest des Triebes wird dabei von der anderen Hand gehalten und gesichert.

Schnitt von Bonsai-Laubbäumen

Bei Laubbonsais müssen zu Beginn der Wachstumszeit die Äste und Zweige in ihrer Form überarbeitet werden. Dazu werden alle trockenen und störenden Triebe entfernt. Zu lang gewordene Triebe werden durch den Schnitt wieder in die Form des gesamten Baumes zurückgebracht und integriert.

Jede Triebknospe enthält nicht nur ein Blatt, sondern in ihr befindet sich die Anlage für den ganzen Trieb mit einer Vielzahl von Blättern. Betrachtet man die Stellung der Knospen kann man sehen, in welche Richtung der Trieb, der sich daraus entwickeln wird, wachsen will.

Durch den richtigen Schnitt des Bonsai kann man also das Muster der Verzweigungen beeinflussen und in eine bestimmte Richtung führen. Soll nun zum Beispiel ein Ast nach links verlängert werden, wird er kurz vor einer nach links zeigenden Knospe abgeschnitten.

Es sollte allerdings darauf geachtet werden, dass vor der Knospe, auf die man den Ast zurück schneiden will, ein etwa zwei Zentimeter langes Stück des Zweiges stehen gelassen wird. Außerdem darf die Knospe nicht auf der Oberseite des Astes sitzen.