Bonsai-Stilformen

Bonsai entstammt der traditionellen fernöstlichen Gartenkunst und entstand wahrscheinlich bereits 206-220 n. Chr. im alten chinesischen Kaiserreich. Dort wurde die Penjing-Kultur, die „Landschaft in der Schale“ erstmals dokumentiert.

Viele japanische und chinesische Bonsaistilformen wurden im Laufe der Jahrhunderte hervorgebracht, deren gemeinsames Ziel es ist, bei der Gestaltung eines Bonsais eine der Natur nachempfundene Wuchsform zu erreichen.

Im 20. Jahrhundert entstanden in Japan mehrere Bonsaistilformen, die auch heute noch hauptsächlich verwendet werden.

Eine der traditionellen japanischen Formen ist Bunjingi, der in Deutschland „Literaten-Stil“ genannt wird. Die Bäumchen sind hoch, mit wenig Ästen und Laub. Sie werden nicht nach der Natur, sondern nach Versen oder Vorstellungen aus der Natur geformt. Dieser Stil ist seit 1945 eigenständig und die hohe Kunst der Bonsai-Gestaltung und wird von Bonsaimeistern ausgeführt.

Die Form Kabudachi vereint mehrer Stämme auf einem gemeinsamen Fuß. Es werden drei Arten unterschieden, der Zwillings- und Dreifachstamm und der kriechende Stamm. Wichtig sind bei den Mehrfachstämmen gleiche Wuchsformen, die Moyogi (frei aufrecht) oder Chokkan (streng aufrecht) genannt werden.

Vorbildern aus Steppen- Küstenbereichen eifert die Stilrichtung Fukinashi nach, in der sich die Bonsai wie von Wetter und Sturm gepeitscht in eine waagerechte Position neigen.
Kaskadenförmig über den Gefäßrand wachsen die Bäume im Han Kengai und Kengai- Stil.
Für den nötigen Halt der Bonsai sind hier tiefere Töpfe oder Schalen nötig.

Eine beliebte Form in Europa, zu der auch einheimische Bäume, wie Ahorn oder Buche verwendet werden, ist Hokidachi, die Besenform, die dem natürlichen Wuchs nachempfunden ist.

Die Bonsaistilformen Ishitsuku und Sekijoku gehen zurück auf den ursprünglichen chinesischen Stil der Bonsaigestaltung und beziehen kleine Felsen in die Gestaltung einer Landschaft ein.

Die Bankan -Form entstand in China und entspringt der Kunst, Pflanzen in Tierformen zu schneiden. Bankan stellt einen Drachen dar.

Eine große Herausforderung an Bonsai-Züchter stellt die Nachbildung eines ganzen Waldes dar. Dieser Stil wird Yose-ue genannt.

Das Formen eines Bonsais in einen traditionellen Stil erfordert Erfahrung, Geduld und einiges an Fingerspitzengefühl.