Die Geschichte des Bonsai beginnt in China

Die Geschichte des Bonsais lässt sich nicht in allen Einzelheiten genau zurückverfolgen. Die allgemeine Meinung, dass der Bonsai aus Japan stammt, hat sich nicht bestätigt. Vielmehr liegen die eigentlichen Ursprünge der beliebten Mini-Bäume in der chinesischen Kultur.

In den archäologischen Spuren vieler Kulturen finden sich Hinweise auf Pflanzen, die in Gefäßen gehalten wurden. Auch besaßen Menschen in alten Kulturen bereits ein Interesse an der Verschönerung ihrer Umgebung mit Hilfe von Pflanzen, was ebenfalls einen möglichen Hinweis auf die Geschichte des Bonsais darstellt.

In der chinesischen Han-Dynastie (206 vor Christus bis 220 nach Christus) wurden in den Gärten des kaiserlichen Palastes schon künstliche Landschaften angelegt. Ab 618 bis 907 nach Christus finden sich dann in der so genannten Tang-Dynastie Darstellungen von Miniaturlandschaften mit kleinen lebenden Bäumen, Moos und anderen niedrigen Pflanzen, die als Penjing bezeichnet werden.

In der Song Dynastie zwischen 960 und 1279 nach Christus gibt es schließlich Hinweise auf die konkrete Gestaltung von Einzelbäumen. Zu dieser Zeit nahm auch die Intensität der Kontakte nach Japan zu, was vor allem durch den technischen Fortschritt bei der Schifffahrt bedingt war.

Der Bonsai erobert Japan

Man vermutet, dass das Wissen über die Gestaltung und Pflege des Bonsai zwischen 794 und 1185 nach Christus von buddhistischen Mönchen aus China nach Japan gebracht wurde. Diese Epoche wird als die japanische Heian-Periode beschrieben. Sie zeichnete sich durch einen starken kulturellen Aufschwung aus, was auch der Kunst der Bonsai sehr entgegen kam.

Die Pflege und die Gestaltung des Bonsai wurde in den folgenden Jahrhunderten in Japan weiter entwickelt und verfeinert. Vor allem der Zen-Buddhismus und die zeitgeschichtliche künstlerische Entwicklung, welche eine Konzentration auf das Wesentliche propagierte, spielten dabei eine wesentliche Rolle. Im Laufe der Zeit wurde das Wissen über den Bonsai in Japan zu einer Art nationalem Kulturgut, und man konnte die kleinen Bäume nicht mehr nur in den Gärten der Oberschicht finden. So siedelten sich viele Bonsaigärtnereien in der Region um Omiya an, wo man auch heute noch die berühmtesten Bonsai-Sammlungen der Welt finden kann.

Der Bonsai kommt nach Europa

Der Bonsai verließ die japanischen Inseln erstmals im Jahre 1889 und wurde der Weltöffentlichkeit auf der Weltausstellung in Paris präsentiert. Das ausländische Publikum war begeistert.

Doch erst nach dem zweiten Weltkrieg begann letztendlich der Siegeszug der Miniaturbäume rund um die Welt. Heute werden Bonsai auf allen Kontinenten gestaltet und gezüchtet.

Besonders beliebte Bonsais sind dabei heutzutage die klassischen japanischen Pflanzen wie Kiefern, Ahorn und Wacholder. Aber auch immer mehr einheimische Pflanzen werden mittlerweile als Bonsai gezüchtet.